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Magazin des IPZV-Oberpfalz e.V.
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Der 4. und der 5. Gang des Islandpferdes
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Eine weitere Besonderheit des Islandpferdes sind seine angeborenen Gangarten, der butterweiche Tölt und der pfeilschnelle Rennpass. die er zusätzlich zu den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp beherrscht. ( Informationen über die Grundgangarten finden Sie unter das Reitpferd. )Sie machen den Isländer zu einem prädestinierten Reitpferd. Keiner der einmal die Energie und Weichheit, die Leichtigkeit und Bequemlichkeit des Töltens verspürt hat, wird diese stolze Gangart vergessen, und niemand, der Temperament und unbändigen Willen liebt, kann sich der explosiven Kraftentfaltung im Rennpass, bei dem die Hufe kaum noch den Boden berühren, wieder entziehen. Der Tölt ist eine ganz angenehme, ruhig fließende Bewegung, die auch Anfängern oder Rückenkranken viel Vergnügen bereitet. Schon im ausgehenden Mittelalter waren töltende Pferde, die sogenannten Zelter sehr beliebt. Der Rennpass hingegen ist ein extrem schneller, lateraler Zweitakt, bei dem sich jeweils zwei Beine einer Körperseite vorschieben und das Pferd Renn-Geschwindigkeiten erreicht. Nur wenige Pferderassen, außer dem Islandpferd sind heute noch in der Lage mehr als 3 Gänge einzulegen. Den meisten warmblütigen Pferden wurde dieses Talent einfach weggezüchtet. In Island wurden diese Gänge aber gebraucht, deshalb legten die Isländer bei der Züchtung besonderen Wert auf die Erhaltung der 4. und der 5. Gangart. Viele - nicht alle! - Isländer sind Pferde die den Tölt von sich aus als Lieblingsgangart anbieten. Schon kurz nach ihrer Geburt laufen sie töltenderweise über die Wiese. Isländer die die Veranlagung zu allen 5 Gängen haben werden Fünfgänger genannt. Viergänger beherrschen Schritt, Trab, Galopp und Tölt. Viele Pferde fallen durch einen langsamen Passgang auf, der in der Umgangssprache Schweinepass genannt wird. Dies ist nicht erwünscht. Da es für den Reiter weitaus schwieriger ist, vier oder fünf Gänge ordentlich zu reiten als nur drei, ist es beim Islandpferd sehr wichtig, die Spezialgangarten richtig reiten zu lernen. |
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Der Tölt ist eine ausgesprochen bequeme Viertakt-Gangart, die durch das Fehlen jeglicher Schwebephase weitestgehend erschütterungsfrei ist. Von der Fußfolge her entspricht der Tölt, dem Schritt. Das bedeutet, das Pferd fußt hinten links dann vorne links, danach hinten rechts und dann vorne rechts auf. Der Tölt kann vom normalen Arbeitstempo bis zum Renntempo geritten werden. Im Renntölt werden dann Geschwindigkeiten erreicht, die andere Pferde nur im Galopp erreichen. Auf Turnieren werden diese Geschwindigkeiten in Arbeitstempo, Mitteltempo und starken Tempo eingeteilt und von Richtern beurteilt. Daneben spielen die Reinheit des Taktes, Höhe und Weite der Bewegungen und die Harmonie zwischen Reiter und Pferd eine wichtige Rolle. Tölt kann man sehen, hören und spüren. Sehen Ein Pferd im Tölt trägt Kopf und Hals in stolzer Aufrichtung und durch seinen Schweif zieht sich eine wellenförmige Bewegung. Obwohl die Beine des Pferdes im Tölt wild umherwirbeln, sitzt der Reiter völlig ruhig auf seinem Pferd. Hören Es ist gar nicht so einfach bei einem töltenden Pferd zu unterscheiden welches Bein wann auffußt. Islandpferdereiter helfen sich häufig mit einem kleinen Trick, kurze Strecken werden einfach auf einer Teerstraße geritten, beim taktklaren Tölt hört man dabei immer den typischen "Black-und-Decker-Black-und-Decker"-Klang. Wichtig ist eine gut untertretende Hinterhand, damit ein Tölter mit möglichst geringer Zügeleinwirkung in hoher Aufrichtung geritten werden kann. Fühlen
Zum wahren Genuss wird der Tölt auf langen Ritten, bei denen der
Reiter entspannt durch Wald und Flur gleitet und sich an diesem herrlichen Gang
erfreuen kann, der auf Island nicht umsonst die „Gabe Gottes" genannt
wird. |
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Rennpass, der 5.Gang - Energie pur Ein weitere spezielle Gangart von Islandpferden ist der Pass. Während der Tölt weitgehend von allen Islandpferden beherrscht wird, hat die Anlage für diesen rasanten, fünften Gang nicht jedes Islandpferd. Im Rennpass wird aus dem Islandpferd ein Rennpferd voller Temperament und Kraft, vibrierend vor Energie den Start erwartend. Schneller als es je zu tölten vermag, scheint es im Rennpass in gestreckter Haltung und mit vorschiebender Hinterhand über dem Boden zu fliegen. Der Reiter sitzt gerade oder mit vorgeneigtem Oberkörper auf seinem Islandpferd und treibt es zum fleißigen Vorwärtsgehen an. Zu hören ist ein hämmernder Zweitakt, wobei jeweils das Vorder- und Hinterbein derselben Seite zugleich auffußen. Zwischendrin zeigt das Pferd eine richtige Flugphase. Zusätzlich zur genetischen Anlage muss das Pferd bereits solide ausgebildet sein und über viel Gehwillen, Kondition und eine starke Psyche verfügen. Und auch der Reiter muss die Kunst des Passreitens beherrschen, um ein Pferd gefühlvoll und doch bestimmt in den Pass zu „legen". Vom Reiter wird ein sicherer Sitz, ein schnelles Erkennen der Galoppart, (ob Links- oder Rechtsgalopp) viel Tölterfahrung und ein gutes Einfühlungsvermögen verlangt. Trotz allem Nervenkitzel beim Ritt im fünftem Gang, darf der Reiter Kraft und Gehwillen seines Pferdes nie überstrapazieren und ihm so die Freude am gemeinsamen Sprint nehmen. Schließlich ist Rennpass ein Genuss für ganz besondere Tage. In Island gilt der Rennpass als Königsgangart. Gute Rennpasser-Pferde kennt man dort mit Namen. Ein Rennpasser ist ein Star - manchmal mit Allüren. In dieser Gangart werden Geschwindigkeiten erreicht von bis zu 45 km/h. Der aktuelle Weltrekord über die klassische Distanz von 250m (mit stehendem Start) liegt zur Zeit bei 21,10 sec - aufgestellt von Reynir Aðalsteinsson (Island) und Sprengi-Hvellur frá Efstadal im Juli 2001. Sollte der Leser von einen neuen WR wissen dann bitte auf Kontakt gehen und uns informieren. |
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